Stellungnahme David Ellensohns zur akin-Kritik

David Ellensohn hat prompt auf meine Kritik am Verhalten der Wiener Grünen in der aktuellen Ausgabe der akin reagiert. Am 8.August hatte ja der Wiener SP-Klubchef Schicker im „Standard“ verkündet, bei der geplanten Wahlrechtsreform werde unter anderem auch eine 5%-Hürde bei den Bezirksvertretungswahlen eingeführt. Dies sei mit den Grünen so ausgemacht, so Schicker im Standard.

Die Kritik – nicht nur in der akin – wurde darauf laut, die Grünen könnten sich so der Konkurrenz in den Bezirken entledigen. Eine öffentliche Stellungnahme der Grünen ließ in Folge dessen auf sich warten. Erst eine Woche später kam der Widerspruch in Interviews durch David Ellensohn, Klubchef der Wiener Grünen.
(siehe http://akin.mediaweb.at/2012/17/17gruen.htm, drittes Beispiel)

Er will die Kritik, sich so lange Zeit gelassen zu haben, nicht auf sich sitzen lassen und schreibt in einem Mail an uns, daß schon am Tag des Erscheinens der Schicker-Stellungnahme in der Online-Ausgabe der „Wiener Zeitung“ Klarstellungen seinerseits erschienen wären und tags darauf in Papier in der Papierausgabe. Sonst, so Ellensohn, habe sich kein Medium interessiert und er wäre auf Urlaub gewesen. „Interviews mit Kurier, Standard, Presse habe ich am ersten vollen Arbeitstag, am 13.August eingehängt. Wegen Feiertag am 15.August erschien alles erst am 16.August. Und zur Klarstellung: ich bin persönlich ein Fan des holländischen Wahlsystems.“ Im Bund gelte dort, daß ein 150tel der Stimmer eines von 150 Mandaten ergäbe.
Falsch sei jedenfalls dass er eine Woche zur Reaktion gebraucht habe und damit widerlege sich der Verdacht „wird schon was dran sein“ von selbst.

*

Kommentar:

Die „Wiener Zeitung“ liest kaum wer, aber ich stehe nicht an, zuzugeben, daß es ein Versäumnis von mir war, das nicht gelesen zu haben.

Aber, David, du bist nicht die Wiener Grünen. Die haben ein Büro und das hat auch im Sommer Betrieb. Es hätte sofort ein Statement über eine Presseaussendung und auf der Homepage geben müssen – auf Letzterer fanden sich aber nur Jubelmeldungen über die Wiener Landespolitik und natürlich die Bewerbung von Glawischnigs Österreich-Tour. Wer sich gegen die Wiener SPÖ durchsetzen will, muß ihr sofort antworten – ansonsten macht sie mit ihrem Koalitionspartner, was sie will.

Und: Ich kann mir durchaus vorstellen, daß Schicker hinter dem Rücken des grünen Klubchefs mit anderen irgendwas ausgemauschelt hat und dann halt damit zu früh in die Öffentlichkeit gegangen ist. Daher möchte ich dich, David, gerne aus dem Verdacht ausnehmen, der Verdacht aber, daß da sehr seltsame Dinge in der Führungsebene der Wiener Grünen passieren, ist damit nicht ausgeräumt.

Bernhard Redl

*

Siehe auch akin-newsfeed-Bericht unter:
https://akinmagazin.wordpress.com/2012/08/10/wienwahlrecht-sp-will-im-bezirk-5-hurde-grune-schweigen-dazu/)
und die Debatte zwischen SPÖ und KPÖ über Wahlrecht und Demokratie:
http://akin.mediaweb.at/2012/18/18bezirk.htm

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Ein Gedanke zu „Stellungnahme David Ellensohns zur akin-Kritik

  1. Wobei: Die „Presse“ zitiert Ellensohn im Zusammenhang mit der Einführung der Hürde mit den Worten: „Diesen Vorschlag hat die SPÖ eingebracht. Mein Herzblut hängt nicht daran.“ (11.8.)
    Wenn das Zitat korrekt ist und auch nicht aus dem Zusammenhang gerissen, ist das aber keine wirkliche Absage an diesen Vorschlag.
    http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/1277371/Buergerlisten-gegen-die-Gruenen?_vl_backlink=%2Fhome%2Fpolitik%2Finnenpolitik%2Findex.do

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