miese militärpropaganda im kinderradio

an die jugendredaktion von ö1

liebe leute von ö1!

an sich bin ich ein begeisterter ö1-hörer. aber – ich hoffe, meine wortwahl wird jetzt nicht allzu unflätig, da ich stinkwütend bin – muß eine derartig miese militärpropaganda sein, noch dazu im kinderradio?
die heutige ausgabe von „rudi radiohund“ (http://oe1.orf.at/programm/312725) war wirklich unter jeder kritik. da wird mit dem klischee der lieben kleinen hunderln, mit dem man die meisten kinder gut ansprechen kann, die verniedlichung einer militärmaschinerie betrieben, daß es schlimmer nicht mehr geht. es ist schon arg, wenn am 26.oktober man kinder am heldenplatz auf panzer klettern läßt, als wären sie kinderfahrräder und keine tötungsmaschinen. aber daß ö1 bei dieser subtilen indoktrination mitmacht, hätte ich nicht erwartet. unter erwachsenen können wir über das militär diskutieren; kindern aber, die noch nicht wissen, was krieg ist, diesen als lustige veranstaltung zu verkaufen, ist einfach nur gemein.
und buchstäblich die krone wird dem ganzen noch aufgesetzt, wenn dann auch noch von den militärhunden des kaiserreichs positiv erzählt wird und damit ekelhafte monarchistische atavismen reproduziert werden.
es gibt sicher irgendwo im archiv des orf „die letzten tage der menschheit“ von karl kraus. ich bitte dort nachzulesen, dann wird vielleicht klarer, welch „glorreiche“ zeit das war, die mit dieser radiohund-sendung derart verklärt wird.

mit eben wirklich stinkwütenden grüßen
bernhard redl

Ein Gedanke zu „miese militärpropaganda im kinderradio

  1. antwort vom ö1-service:

    >> Sehr geehrter Herr Redl!

    Vielen Dank für Ihr E-Mail.

    Gerne übermitteln wir Ihnen die Stellungnahme der Redaktion zu Ihrer Rückmeldung zur gestrigen Sendung „Rudi! Radio für Kinder“:

    „Diese Ausgabe von „Rudi“ diente keineswegs der Verherrlichung des Österreichischen Bundesheeres, sondern wir berichten in einer losen Serie über die unterschiedlichen Einsatzgebiete von Hunden im Dienste des Menschen. Da auch beim Österreichischen Bundesheer Hunde eingesetzt werden, war es naheliegend auch diesbezüglich einen Beitrag zu bringen.

    In einer Zeit in der militärische Videospiele sich bei Kindern höchster Beliebtheit erfreuen bei einem Beitrag über Hunde beim Heer von „subtiler Indoktrination“ zu sprechen bleibt jeder/jedem unbenommen, ebenso lassen sich historische Verweise auch als „monarchistische Atavismen“ bezeichnen, allerdings sollte man unseres Erachtens auch von einer Kindersendung nicht verlangen, gewisse gesellschaftliche Bereiche, wie es auch das österreichische Bundesheer ist, aus der Berichterstattung auszuklammern.

    Und speziell wenn davon die Rede ist, dass Hunde bei der Minensuche eingesetzt werden, ist dies angesichts der UN Einsätze des Bundesheeres in Südosteuropa durchaus interessant, schließlich sind gerade dort Kinder viel zu oft Opfer nicht entschärfter Landminen.“

    Für Ihr Interesse an unserem Klassik- und Kulturprogramm Ö1 bedanken wir uns und verbleiben

    mit freundlichen Grüßen
    Ö1 Service <<

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