Sollen Linke Grüne wählen?

Da auch für die letzte akin vor der Wahl niemand sich berufen fühlte, linke Argumente für die Grünen zu finden, haben wir in letzter Sekunde im Umfeld der Redaktion Leute, die den Vorzugsstimmenwahlkampf für Karl Öllinger unterstützen, um Erklärungen gebeten. Da erhielten wir nun zwei Reaktionen:

*

Gezwungen, grün zu wählen

Ich war gar nicht so sicher, ob ich Grün wählen werde und vielleicht ist der Grund, Karl Öllinger zu einem Vorzugsstimmenplatz zu verhelfen, was mich daher zwingt, auch Grün zu wählen, vergleichbar mit dem Grund, die Grünen selbst zu wählen. So wie ich den
engagiertesten Sozialsprecher im Parlament zu einem Nationalratsmandat verhelfen möchte, so möchte ich auch der Partei (die natürlich keine linke Partei ist, weil sonst wäre sie ja auch viel kleiner und auch nicht im Parlament) die am ehesten gegen Rassismus, gegen
Fremdenfeindlichkeit, gegen Korruption usw. auftritt, auch wenn sie das nicht immer und auch nicht immer konsequent tut, zu mehr Mandaten zu verhelfen. Ich weiß, das reißt keinen vom Hocker und ich bin auch nicht legitimiert, als Vertreter der Grünen zu schreiben, warum ein/e Linke/r Grün wählen soll. Aber Bernhard hat mich gefragt und wenn Bernhard mich fragt, dann kriegt er auch eine Antwort.

Natürlich wüsste ich gerne, warum Karl Öllinger nicht auf einem sicheren Platz kandidiert: Ist das ein Zeichen eines Rechtsruckes der Grünen? Na dann kriegt er umsomehr meine Vorzugsstimme. Aber ich muss zugeben, dass ich das nicht weiß, weil ich nicht bei den Grünen mitarbeite, weil ich es einfach nicht mehr schaffe, mich mit den Mechanismen, die sich offenbar in jede Organisation einschleichen, wenn sie beginnt, ein bisschen relevant zu werden, konstruktiv auseinanderzusetzen. Da ich aber Wahlen weniger als Abzählreim auf die Winzigkeit der wahren linken Bewegung verstehe, sondern eher als Einflussnahme auf die Zusammensetzung des Parlaments, habe ich mich dazu durchgerungen, die Grünen zu wählen, weil ich sonst meinem lieben Karli keine Vorzugsstimme geben kann.

Naja, Wahlaufruf ist das keiner. War aber auch nicht verlangt.

Kurt Winterstein

*

Warum K.O.??

Ist nicht alles schon gedacht, geflucht, geschrieben worden über Parlamentarisches, inner- und außer-, übers Wählen, das kleinere und das größere Übel, über Parteien, von rechts außen bis links oben, über die (eigene) Stimme, die verlorene und die nie hergegebene, … ?

Auch über das immer wiederkehrende Dilemma, dass man ja den einen oder die andere sofort und ohne Zögern und Zaudern als Sprecher/in, Vertreter/in des eigenen Interesses… aber doch nicht gleich die ganze Partei ….?

Von diesem Dilemma und ein paar anderen Notwendigkeiten handeln die folgenden Argumente von Leuten, die vor kurzem eine Kampagne für die Abgabe der eigenen Vorzugsstimme für Karl Öllinger (Grüne) initiiert haben und öffentlich (http://oellinger-vorzugsstimme.net)
unterstützen, weil Karl Öllinger auf der Bundesliste der Grünen viel zu weit hinten gereiht ist und auch auf der Wiener Landesliste durch einen kräftigen Vorzugsstimmenschub weiter nach vorne und (wieder) in den Nationalrat geschoben werden kann.

Also: Karl Öllinger ins Parlament! Die Argumente der
UnterstützerInnen:

„… weil er einer der profundesten sozialpolitischen Experten im Parlament und auch ein unermüdlicher antifaschistischer Aufklärer ist, dessen Engagement schon zur Aufdeckung zahlreicher rechtsextremer Aktivitäten geführt hat.

… weil ich als Roma-Aktivistin seine Website „Stoppt die Rechten“ schätze.

… damit alternative Gewerkschafts- und Sozialpolitik auch auf der parlamentarischen Bühne hörbar bleiben!

… weil er 100% bio, 0% korrupt ist und keine Angst vor Inhalt in der Politik hat.

… weil er ernsthaft zur Vermögenssteuer steht.

… wegen seinem umfassenden Wissen in der Sozialpolitik und seinem unermüdlichen Einsatz gegen die Rechten bzw. deren Verharmlosung in unserem Land.

… weil ich will, dass er den Rechten weiterhin auf die Finger schaut!

… weil mir Solidarität, Anti-Rassismus und Armutsbekämpfung sehr wichtig sind und ich diese Themen beim Grünenwahlkampf vermisse.

… weil er offen gegen Rechts eintritt, weil er die soziale Komponente hochhält und weil er der ausschlaggebende Grund für mich ist, GRÜN zu wählen.

… weil mein altes rotes Herz einst nur durch ihn auf „Grün“ umzupolen war.

… weil er für mich DIE Möglichkeit ist, Grün zu wählen.

… weil er als Sozialsprecher bei den Grünen unentbehrlich ist.

… weil er bei den Grünen für die konsequente Vertretung der Interessen von ArbeiterInnen, Angestellten, Arbeitslosen und PensionistInnen steht.

… weil Sozialpolitik ein Kernthema auch für Grüne sein sollte und mich der ultranarzistische EVA-Wahlkampf nervt.

… weil die Grünen mehr linke (und soziale) Perspektiven brauchen.

… weil es wenige Politiker gibt, die eine so klare Position gegen Rechtsextremismus eingenommen haben und im Parlament dagegen vorgegangen sind, wie er.

… weil Abgeordnete mit gewerkschaftlichem Hintergrund gerade auch bei den Grünen nicht fehlen dürfen

… weil ich die Grünen (…) nicht mehr gewählt hätte. Für den besten Sozialsprecher aller Zeiten tue ich aber alles!

… weil er jenen zuhört und die unterstützt, die von anderen ignoriert werden

… weil er wie kein anderer bei den Grünen für das Thema
Verteilungsgerechtigkeit steht.

…weil die Grünen in allen Arbeitnehmerbelangen ohne Karl Öllinger schwer unterbelichtet wären.

… weil mir niemand anderer soviel Substanz, Beharrlichkeit und Liebe in seinem Beruf als Politiker gezeigt hat und ich nicht mehr zusehen möchte, wie Menschen ausgegrenzt und (vor-)verurteilt werden.

.,.. weil er verlässlich (…) gegen Neoliberalismus steht.

… weil er profundester „global-bio-antidiskriminatorischer“ Sozialexperte ist und unerschrockener Kämpfer gegen germanische Altrecken und ähnliche Finsterlinge.

… weil er DER Grund ist, warum ich grün wähle.

… weil er Wachrüttler des sozialen Gewissens, Brandmelder gegen die ewiggestrige Glut ist

… weil seine Initiative ‘Stoppt die Rechten’ ein Gebot der Stunde ist, da die xenophobe Argumentation von rechts nicht mehr erträglich ist!“

Ich bin auch dabei, unter anderem auch damit das Zähneknirschen (beim Kreuz im Grünen Kreis) nicht so weh tut. Ohne dieses geht’s aber nicht, das K.O.-Bevorzugen.

Peter Moser

*

Bisher in der akin zum Thema:

Die Frage: Was könnten Linke wählen?

Antworten kamen von VertreterInnen

– der Piraten: Keine „Grünen mit Computer“, akin 19/2013,
http://akin.mediaweb.at/2013/19/19pirat.htm

– der SLP: Eine wie keine!, akin 18/2013,
http://akin.mediaweb.at/2013/18/18slp.htm

– der SPÖ: „In den Reihen der SPÖ die linken Positionen stärken“, akin 17/2013, http://akin.mediaweb.at/2013/17/17spoe.htm

– der KPÖ: „ArbeiterInnen in den Nationalrat“, akin 17/2013, http://akin.mediaweb.at/2013/17/17kpoe.htm

 


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