KKE: Willkommen im Kalten Krieg

„Die Abgeordnetengruppe der KKE im Europaparlament verurteilt die antikommunistische Hysterie des Europaabgeordneten Helmut Scholz der Partei ‚Die Linke‘, Mitglied der opportunistischen Europäischen Linkspartei, die im Europäischen Parlament am 12. und 13. November 2013 eine Veranstaltung unter dem Titel ‚Ich kam als Gast in euer Land gereist . Deutsche Hitlergegner als Opfer des Stalinterrors – Familienschicksale 1933-1956‘ durchführt.“ Das steht in einer Aussendung der griechischen Kommunistischen Partei (KKE) zu lesen. Laut dieser handle es sich dabei „um den abscheulichen Versuch, deutsche Antifaschisten als Opfer des sowjetischen Arbeiterstaates darzustellen, eine noch schmutzigere Variante der offiziellen EU-Politik der Gleichsetzung von Faschismus/Nazismus und Kommunismus und der Förderung der ‚Theorie der Extreme‘.“ Und weiter: „Es ist ein Hohn gegenüber den Tausenden deutschen Kommunisten und anderen Antifaschisten, die gegen die Hitlerbarbarei mit dem Preis ihres Lebens Widerstand leisteten. Es ist eine üble Beleidigung gegen die Millionen sowjetischen Menschen, die Kommunisten und die Kämpfer in der UdSSR und allen Ländern Europas, die sich für die Zerschlagung der faschistischen Bestie opferten, eine vulgäre Verleumdung des ersten Arbeiterstaates in der Geschichte der Menschheit und der historischen Errungenschaften der Werktätigen im Sozialismus.“

Äh, ja. Und überhaupt: „Die Partei ‚Die Linke‘, die ELP, an der sich auch SYRIZA beteiligt, verteidigen strategische Positionen der EU. Sie beteiligen sich zusammen mit den bürgerlichen Parteien an der antikommunistischen Kampagne, bei der das Europäische Parlament eine führende Rolle spielt, und mit der die Geschichte, die die Völker in blutigen Kämpfen geschrieben haben, verfälscht werden soll.“

Zumindest geht die KKE nicht soweit, explizit zu sagen, der stalinistische Terror hätte nicht stattgefunden. Nur reden solle man halt nicht darüber. Das nütze nämlich nur dem Klassenfeind.

Daß es vielleicht das stalinistische System war, dessen mörderische Auswüchse der kommunistischen Idee derart geschadet hat, kommt der KKE nicht in den Sinn. „Henkt den Boten!“ ist die Parole – was glücklicherweise nicht mehr wortwörtlich so realisiert wird wie anno stalinmal in dessen Einflußbereich. Dennoch: Der Linken schadet diese Position auch heute noch enorm. Und sie ist leider auch in Österreich im Jahr 2013 nicht ohne Unterstützung, wie mich eine Forendebatte nun lehrte.

Eine Linke aber, in der nach wie vor Leute, die sich Kommunisten schimpfen, dafür sorgen, daß sie auch weiterhin mit Stalinismus amalgamiert bleibt, wird einer breiten Masse nie klarmachen können, daß sie eigentlich für Menschenrechte eintrete. Danke, ihr kalten Krieger! Wer braucht antikommunistische Propaganda, wenn er solche Kommunisten hat.

Bernhard Redl

************************
‚akin – aktuelle informationen‘
a-1170 wien, Lobenhauerngasse 35/2
vox: ++43/1/535-62-00
(anrufbeantworter, unberechenbare buerozeiten)
http://akin.mediaweb.at
akin.redaktion@gmx.at
Bankverbindung lautend auf: föj/BfS,
Bank Austria, BLZ 12000,
223-102-976/00, Zweck: akin

Werbeanzeigen

2 Gedanken zu „KKE: Willkommen im Kalten Krieg

  1. Auch welche Kommunisten beziehst du dich da? Kann mir nicht vorstellen, dass du ein Mitglied der KPÖ-Wien findest, welches solch stalinistischen Blödsinn a la KKE von sich gibt.

    • Ich hab weder von KPÖlern noch von Wienern gesprochen – es gibt Leute, die sich als Kommunisten verstehen sowohl außerhalb der KPÖ als auch Wiens 🙂
      (Aber: Kannst Du für alle alte Stalinisten in der Wiener Partei deine Hand ins Feuer legen? Oder wollen die einfach nimmer diskutieren?)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s