NOWKR: Die Jugend in der Partei lassen

Die Aufregung über die Anmeldung der NOWKR-Site über die
Jugendorganisation der Grünen ist lächerlich — und hinterhältig! Denn man muß schon die Kirche im Dorf lassen: Erstens waren auf der NOWKR-Site hauptsächlich ein paar Parolen, die zur Selbstinszenierung dienten, zu lesen, und keine konkreten Aufrufe zur Gewalt — außer man versteht darunter auch einfache Blockaden. Von Auslagenentglasungen oder gar Angriffen auf die Polizei stand dort nichts.

Zweitens — und das ist der Punkt — haben die Junggrünen (die heutzutage eh schon so brav sind, daß sie kaum mehr irgendwas tun, was von der Parteilinie abweicht und auch schon das Wörterl „alternativ“ aus ihrer Organisationsbezeichnung gestrichen haben) nichts weiter getan als ihren Namen für die Anmeldung einer Domain herzugeben. Als anständige fortschrittlich-solidarische Organisation tut man das nämlich, wenn jemand eine linke Website ins Netz bringen, aber vor allzuleichtem Zugriff durch den Verfassungschutz geschützt werden will. Man stelle sich vor: Jemand ruft mit eigenem Namen zu Blockaden eines FPÖ-Balls auf — da ist schon mal ein vorsorglicher Besuch der StaPo drin, zumindest aber ein fetter Eintrag in dessen
Überwachungsakte. Das will niemand und das ist auch legitim.

Wenn also Eva Glawischnig der Parteijugend mit Ausschluß droht, heißt es, daß sie das solidarische Verhalten der Organisation gegenüber Antifaschisten mißbilligt, deren Anonymitätswünsche verständlich und keineswegs unehrenhaft sind. Und das ist nicht mehr lustig.

Die Randale war unnötig und vor allem kontraproduktiv. Wer dafür wirklich verantwortlich zu machen ist, bleibt aber völlig unklar. Die Schuld den Junggrünen dafür umzuhängen ist blödsinnig und auch die NOWKRler wollten FPÖ und Polizei wohl kaum so eine Vorlage liefern.

Jetzt deswegen eine derart massive Entsolidarisierungswelle zu fahren ist schofel. Die Grüne Jugend sollte sich umgehend von ihrer Parteiführung distanzieren — und nicht umgekehrt!

-br-

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