Februar 34: Alles Opfer!

War es das Schweigen der Lämmer oder ein Schweigen aus Verlegenheit oder ein Maulhalten um des lieben Koalitionsfriedens willen? Bundeskanzler und Vizekanzler hatten für den 11.2. zu einer
Kranzniederlegung anlässlich des 80. Gedenktages der Ereignisse des 12. Februar 1934 geladen. Es begann damit, dass die Einlader zu spät zu diesem ersten gemeinsamen „Gedenken“ kamen. Vertreter der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer und der ÖVP-Kameradschaft sahen den Bundesspitzen dabei zu, wie sie rituell die Kranzschleifen zurechtzupften, zwei religiöse Lieder, dann die Bundeshymne. Das war alles. Kein Wort. Warum, wozu, was wollten sie damit? Sagen wollten sie offenbar nichts – haben sie ja auch nicht getan. Wenn sie uns was vermitteln wollten, was wäre das dann? Dass die ÖVP den toten Februarkämpfern nicht mehr bös ist? Dass sie ihnen sogar noch schöne Kirchenmusik gönnt, den Gottlosen? Dass der Faymann auch mit dem Dollfuß regieren tät, wenn er könnt? Oder wäre das Ganze unter „außergerichtlicher Tatausgleich“ einzustufen? Da betrachten sich offensichtlich beide als Opfer – wer waren dann die Täter? Wer schweigt, stimmt zu. Wenn die Vertreter der Opfer zum Schweigen gebracht werden oder sich selbst zum Schweigen bringen, dann stimmen sie den Tätern zu.
Pfui Teifl!

Ilse Grusch

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