Zwei Wiener Demos gegen Krieg und Faschismus in der Ukraine

Zwei Demos gab es am Montag und Dienstag in Wien zum Thema Ukraine. An beiden Tagen ging die Beteiligung gerade mal in die Dutzende — was aber angesichts der üblichen Beteiligung bei Demonstrationen in Wien, die sich mit internationalen Themen beschäftigen, nicht einmal so wenig ist.

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Zuerst traf sich eine Gruppe, die in Analogie zu den deutschen umstrittenen Montagsdemos zu mehr Friedenspolitik aufrief, vor dem Parlament. Im Vorfeld war auch diese Gruppierung von linken Kreisen als nazifreundlich und verschwörungstheoretisch verdächtigt worden.

aluhuete-gegen-bullshit-mai2014Eine kleine Gruppe der „Jungen Linken“ (Juli) war auch dort, um die Angelegenheiten mit einem Plakat als „Bullshit“ zu bezeichnen. Allerdings konnte dort — ohne allzugroße Anfeindungen — ein JuLi-Vertreter eine Rede halten, in der er sehr moderat klarmachte, daß er die Demo nicht pauschal als rechtsextrem brandmarken wolle, sondern nur davor warnen, daß Nazis hier keine Bündnispartner sein dürften. Es waren aber auch auf dieser Demo weder antisemitische noch rassistische Töne zu hören oder Transparente zu sehen. Ein weiterer Redner meinte, er habe in Deutschland sich auch schon mal bei einem offenen Mikro deutlich vom braunen Sumpf distanziert und nachher in der Zeitung lesen müssen, wie typisch das doch sei, daß die Leute auf der Demo es not hätten, sich zu distanzieren. Was natürlich ein Beweis für die Dominanz rechtsextremen Gedankenguts wäre.

Reden:
http://www.youtube.com/watch?v=8ZKTbu7V80Q
https://www.youtube.com/watch?v=bBVKmKPwPkY

Dies war die zweite Montagsdemo in Wien. Die Manifestationen sollen fortgesetzt werden, am 12.5. soll die Kundgebung am Heldenplatz stattfinden. Angeblich soll es am 19.5. um 18h auch eine erste Montags-Friedensmahnwache in Innsbruck bei der Annasäule geben.

Zu den deutschen Montagsdemos sei hier auch ein sehr nachdenklicher Text von Liedermacher Konstantin Wecker empfohlen: http://www.wecker.de/de/weckers-welt/item/454-Gedanken-zum-Problemfeld-Riss-in-der-Friedensbewegung.html

Am Dienstag demonstrierten dann deklariert Linke mit vielen roten Fahnen und Transparenten gegen die Unterstützung ukrainischer militanter Nationalisten, die durch Anzünden eines Hauses rund 40 linke Demonstranten getötet hatten.
(Aufruf siehe hier: https://akinmagazin.wordpress.com/2014/05/05/ukraine-demo-aufruf-di-6-mai/ )

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Der Demomarsch ging vom Stock-im-Eisen-Platz zum Mahnmal gegen Krieg und Faschismus bei der Albertina. Dort war als Redner auch ein Vertreter der linken Gruppe „Borotba“, dessen Genossen auch unter den Getöteten waren, per Telefon präsent.

Weitere Bilder von dieser Demo gibt es auf der Facebook-Veranstaltungsseite: https://www.facebook.com/events/429426753860389/

Inhaltlich waren beide Demonstrationen nicht soweit voneinander entfernt. Insbesondere die in ihrer Gesamtheit nicht gerade seriös zu nennende Berichterstattung der Mainstream-Medien (und da speziell des österreichischen und deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks) war bei beiden Manifestationen ein wichtiges Thema der Empörung.

(Text: Bernhard Redl, Bilder: Michael Herder)

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2 Gedanken zu „Zwei Wiener Demos gegen Krieg und Faschismus in der Ukraine

  1. „Inhaltlich waren beide Demonstrationen nicht soweit voneinander entfernt. Insbesondere die in ihrer Gesamtheit nicht gerade seriös zu nennende Berichterstattung der Mainstream-Medien (und da speziell des österreichischen und deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks) war bei beiden Manifestationen ein wichtiges Thema der Empörung.“
    Es macht aber einen Unterschied, ob man bürgerliche Medien für ihre bürgerliche (also tendenziell nationalistische und militaristische, jedenfalls einseitige) Berichterstattung kritisiert, oder ob man eine Verschwörung wittert und seine Anhänger zum Medienboykott aufruft, auf dass diese ihre Informationen dann aus dem im Internet leider sehr präsenten braunen Sumpf aus Zeitgeistbewegung, Geldreformern und Reichsbürgern beziehen, Das bedeutet nämlich nur, die bürgerliche Desinformation durch eine faschistische zu ersetzen.

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