USA/EU: Der Problem-Vize

(aus der Druckausgabe 21/2014)
Die USA haben immer wieder Probleme mit ihren Vizepräsidenten. Da hielt Joe Biden am 2.Oktober eine dreiviertelstündige Rede vor dem „John F. Kennedy Jr. Forum“ in Harvard, in dem er die US-amerikanische Außenpolitik erklärte. Nächsten Tags stellte die Uni diese Rede als Video und als Manuskript ins Netz.

Was Biden aber wohl nicht bedachte, daß manche Passagen, die zuhause gut kommen, auf der anderen Seite des großen Teichs eher für Unmut sorgen könnten. Kurz nach Veröffentlichung des Videos brachten die „RT“ (vormals „Russia Today“) als Ausschnitt einen echten Leckerbissen aus der Rede, der sofort viral wurde:

„Wir haben Putin vor die einfache Wahl gestellt: Respektieren Sie die Souveränität der Ukraine oder spüren Sie zunehmende Konsequenzen. Dadurch waren wir in der Lage, die größeren der entwickelten Staaten dazu zu bringen, Russland wirkliche Belastungen aufzuerlegen. Es ist wahr, dass sie das nicht tun wollten. Aber wiederum war es die Führungsrolle Amerikas und das Insistieren des Präsidenten der Vereinigten Staaten, mehrmals Europa fast bloßstellen zu müssen, sich zu erheben und wirtschaftliche Nachteile einzustecken, um Belastungen aufzuerlegen. Und die Folgen waren eine massive Kapitalflucht aus Russland, ein praktisches Einfrieren von ausländischen Direktinvestitionen, der Rubel auf einem historischen Tiefststand gegenüber dem Dollar, und die russische Wirtschaft an der Kippe zu einer Rezession.“

RiaNovosti zitierte dazu natürlich auch genüßlich eine Entgegnung der EU. Laut der staatlichen russischen Agentur habe Maja Kocijancic, Sprecherin von EU-Außenministerin Catherine Ashton, gemeint „Die EU hat autonom und einstimmig die Verhängung der Sanktionen gegen Russland beschlossen“. Der Grund für die Sanktionen seien die „schwierige Situation in der Ukraine und die Rolle Russlands dabei“ gewesen.

Sehr glaubwürdig klingt das halt nicht. Ashton, Merkel und Co. werden sicher sehr dankbar für Bidens Wortspende sein.

Und so ziemlich jeder Blogger, der sich mit diesem Zitat beschäftigte, mußte anmerken, daß Hunter Biden, Sohn des Vizepräsidenten, im Mai dieses Jahres eine führende Aufgabe bei einem ukrainischen Gaskonzern übernommen hatte.

Viel besser als einstens bei Dick Cheney ist die Optik auch beim aktuellen Vizepräsidenten nicht.

Das Video mit der Rede in voller Länge: http://youtu.be/dcKVCtg5dxM (die zitierte Passage findet sich ab 35:10)

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