3.10., Demo: Eine andere Kulturpolitik #istnoetig

Kulturprotest zur Wiener Wahl

Öffentliche Räume werden privatisiert. Straßenkunst wird kriminalisiert. Für Kunst und Kultur ist zwar Geld da, aber an die freie und unabhängige Kunst- und Kulturszene gehen gerade mal 2,5 Prozent des Kulturförderkuchens der Stadt Wien. Wer von diesen Bröseln was abbekommen will, muss sich durch einen Einreichmarathon und Antragsbürokratie quälen, um am Schluss einen Bruchteil dessen zu bekommen, was für die Realisierung eines geplanten Projekts eigentlich notwendig gewesen wäre.

Zahlreiche Künstler_innen und Initiativen aus der freien und autonomen Szene starteten daher mit Ausblick auf die bevorstehende Landtagswahl zusammen mit der IG Kultur Wien die Kampagne Eine andere Kulturpolitik ist nötig!. Einmal mehr hoffen sie auf ein Ende jenes kulturpolitischen Stillstands, den der zuständige Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny repräsentiert(e).

Kultur sei professionelle Arbeit und müsse mit adäquater Bezahlung, Planungssicherheit, sozialer und aufenthalts­rechlicher Absicherung einhergehen, sagen sie und fordern:

Schluss mit Paternalismus und Verwertungslogik!

Kunst- und Kulturförderung müssen sich an künstlerischen Ansätzen und gesellschaftlicher und sozialer Notwendigkeit und nicht an Standortpolitik und Verwertungslogik orientieren. Der Anteil der Gesamtausgaben der Stadt Wien für Kultur, der an die freie Szene geht, muss von derzeit rund 3 auf mindesten 10 Prozent angehoben werden. Wir fordern für Künstler_innen und Kulturschaffende mit unterschiedlichen Bedürfnissen gleichberechtigen Zugang zur Erfüllung ihrer Arbeitsvorhaben unabhängig von sozialer Situation, Herkunft, Klasse, Alter, Gesundheit, Staatsbürger_innenschaft, Geschlecht*, Betreuungspflichten, sexueller Orientierung, Vernetzung und medialer Präsenz!

Her mit den leerstehenden Räumen – für freie und autonome Kulturarbeit, für Veranstaltungen, für künstlerische Produktion, für Werkstätten, für partizipatives Arbeiten, für Bildung, für Kommunikationsmöglichkeiten, für konsumfreie Begegnungsräume, für selbstbestimmtes Leben, Arbeiten und Wohnen!

Öffentlicher Raum für alle! Schluss mit der Kommerzialisierung des öffentlichen Raums. Plätze, Parks und Grünräume müssen erhalten und zugänglich bleiben. Barrierefreie Infrastruktur muss deren Nutzung für alle ermöglichen. Straßentheater, Straßenmusik, Streetart, Veranstaltungen und freies Plakatieren müssen erleichtert, entbürokratisiert und entkriminalisiert werden!

Bewegungsfreiheit und Menschenrechte für alle! Freiheit von Kunst und Kultur heißt auch Freiheit für alle Menschen. Rassistische Ausgrenzung und die aktuelle Flüchtlingsabwehrpolitik sind mörderisch und unerträglich. Wir fordern eine solidarische und menschliche Politik, die Menschen unabhängig von ihrer Herkunft die Chance gibt, in Wien, Österreich und Europa gleichberechtigt zu leben. Fluchthilfe jetzt!

Gegen Prekarisierung! Für eine TTIP-freie Zone! Für Kreativität und Selbstbestimmung in der Bildung!

Das gesamte Forderungspaket kann auf http://igkulturwien.net/istnoetig nachgelesen und unterstützt werden.

Vor der Demo zum Protest-Brunch #istnoetig

Den Demonstrationstag 3. Oktober wollen die Kunst- und Kulturinitiativen um 11 Uhr mit einem Protest-Brunch bei Wasser und Brot am Friedrich-Schmidt-Platz zwischen Rathaus und MA 7 beginnen. Danach schließen sie sich am Christian-Broda-Platz mit einem eigenen Block der Demonstration Flüchtende willkommen! an. Dieser Block soll es ermöglichen, die zentralen Forderungen der Demonstration wie nach Öffnung der Grenzen zu unterstützen, ohne gleichzeitig Schulter an Schulter mit in Regierung und Parlament sitzenden Verantwortlichen für das tausendfache Sterben an den EU-Außengrenzen gehen zu müssen.

Für Freiräume, Bewegungsfreiheit, Bleiberecht, Selbstverwaltung, Umverteilung, Recht auf Stadt und das gute Leben!

Eine andere Kulturpolitik #istnoetig!

Fluchthilfe #istnoetig!

(nochrichten)

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