19.3.: Eine Berliner Demo in Wien

Eine Wiener Immofirma machts möglich!

Berlinerinnen und Berliner demonstrieren am 19.März in Wien. Nein, das sind jetzt nicht die „Terrorprofis aus der BRD“, auch nicht die „Demotouristen“ gegen irgendeine rechtsextreme Veranstaltung, sondern es geht um Berliner Probleme, deren Ursache in Wien verortet werden. Dabei handelt es sich um recht eigenartige Vorgänge rund um Berliner Wohnhäuser, genauer gesagt um seltsame Begründungen für Mietpreisanhebungen. Die Häuser, bei denen das passiert, gehören alle der Citec Immo Invest GmbH Berlin — und sollen saniert werden. Allerdings — so schreibt der Blog peter-nowak-journalist.de — „bezweifeln MieterInnen aus mehreren Häusern die Angaben der Citec, dass mehr als 10 % der Hausfassade schadhaft sind. Dieser Prozentsatz ist für die Eigentümer wichtig Denn Häuser, deren Fassade mehr als 10 % beschädigt ist, müssen laut Gesetzgeber modernisiert werden. Die MieterInnen können in einem solchen Fall keine finanziellen Härtefälle geltend machen. Stutzig wurden die MieterInnen, dass das auf sämtliche Citec-Häuser zutreffen soll. Darunter sind auch Gebäude, deren Fassade erst vor einigen Jahren vollständig renoviert wurde. Deutlich wurde aber auch, dass es sehr schwierig für die MieterInnen ist, hier einen Baubetrug nachzuweisen, weil ihnen der Einblick in die Unterlagen verweigert wird und sie auch von der Justiz dabei keine Unterstützung bekommen. Eine Klage auf Einsicht in die Unterlagen wurde abgelehnt.“

Getroffen haben sch die Betroffenen im Stadtteilladen „f54“, um ihr Problem zu bereden und gemeinsam gegen Citec vorzugehen. Allerdings: Der Stadtteilladen ist selbst in einem Citec-Haus — dessen Vertrag wurde mit 30.April beendet.

Die Citec Berlin ist allerdings eine Tochtergesellschaft der Wiener „Citec Immobilien Gruppe“ — und deswegen wird auch hier demonstriert.

Wohnungen als „Premium Produkt“

Dabei versucht die Citec gar nicht erst — wie viele andere Inmobillienfirmen — irgendsowas wie „Schaffung von Wohnraum“ oder „Verbesserung der Lebensqualität“ oder ähnliches zu behaupten. In einem Nebensatz der Selbstdarstellung steht zwar was von „ethischen Standards“, aber sicherheitshalber hat man nicht ausgeführt worin die bestehen sollen. Tacheles ist aber in der Eigenwerbung zu lesen in der Frage, worum es der 1999 gegründeten Firma geht: „In nur wenigen Jahren gelang es den erfahrenen Immobilienmanagern eine Marke und mit ihr ein Qualitätsmerkmal zu etablieren. Die Citec Immobilien Gruppe wurde daher zum Synonym für qualitativ hochwertiges Investment in das Premium Produkt Zinshaus. Das erfolgreiche Geschäftsmodell des Erwerbs und der verantwortungsbewussten Entwicklung von Wohnimmobilien wurde 2003 auf den Berliner Markt übertragen. Als erstes österreichisches Immobilienunternehmen ist die Citec Immobilien Gruppe in Berlin und später auch in Leipzig erfolgreich tätig. Viele österreichische und internationale Investoren folgen und entdecken die deutsche Hauptstadt als zukunftsträchtige Investitionsmöglichkeit.“

Und in Berlin möchte man so richtig viel herausholen: „Seit 2003 investiert die Citec Immobilien Gruppe durchgängig in Berliner Wohnimmobilien. Im Jahre 2007 wurde ein Portfolio im Wert von 190 Millionen Euro an einen namhaften börsenotierten Investor veräußert. Das Portfolio, das in vier Jahren aufgebaut und sorgfältig entwickelt wurde, bestand aus circa 2.800 Wohneinheiten bzw 170.000 m2 Nutzfläche. Ungeachtet dieses Erfolges wurden die nächsten Ankäufe getätigt. Derzeit arbeitet die Citec Immobilien Gruppe am Aufbau und an der Entwicklung eines neuen Portfolios in Berlin. Kurzfristig ist geplant, das aktuelle Portfolio auf 130.000 m2 zu erweitern.“

Damit sich der Ankauf und Wiederverkauf wirklich lohnt, muß natürlich der Wert der Immobilie gesteigert werden. Das heißt natürlich, daß die Wohnungen mehr abwerfen müssen als sie das beim Ankauf getan haben. Um das zu erreichen, müssen natürlich „ethische Standards“ angewendet werden. Wundern muß man sich über die nicht.

Demotreffpunkt Samstag, 19. März, 11:00, Keplerplatz, 1100 Wien

Die Demo soll auch am Sitz der Unternehmenszentrale vorbeigehen: Parkring 12, 1010 Wien (Gartenbauhochhaus, nebem dem Hotel Marriott).
Der Termin wurde so gewählt, damit man danach um 13 Uhr auch auf die Flüchtlinge-Willkommen-Demo gehen kann, die sich um 13h am Karlsplatz trifft.

Weitere Infos: http://friedel54.noblogs.org/
http://peter-nowak-journalist.de/2016/02/23/der-citec-auf-die-pelle-rucken/

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s