Der Tod hat uns wieder

„Regierung bei Fremdenrechtspaket einig“ – „Deutschland kontrolliert rund um die Uhr an Österreichs Grenze“ – „16 tote Flüchtlinge im Mittelmeer geborgen“. Alles Headlines vom 5.Dezember 2016 der Online-Ausgabe der Oberösterreichischen Nachrichten.

Die Wahlparty ist vorüber, das wirkliche Leben hat uns wieder. Und der wirkliche Tod. Das Flüchtlingsthema beherrscht wieder die Schlagzeilen.

Und was fällt dem Tiroler Landeshauptmann zu den Toten in Wörgl ein? Der zeigt sich laut Aussendung „betroffen vom jüngsten Flüchtlingsunglück“. Wörtlich läßt er sich zitieren: „Wie groß muss die Verzweiflung dieser Menschen sein, wenn sie sich bei Minusgraden auf einen Güterzug begeben, um nach Deutschland zu gelangen“. Seine Konsequenz daraus? Derartige Fälle dürften sich nicht wiederholen, so der LH, allein schon zum Schutz der Menschen, die sich mit derartigen Verzweiflungstaten größter Lebensgefahr aussetzen. Der schreckliche Unfall in Wörgl zeige, dass weiterhin alles getan werden müsse, um illegale Migration zu unterbinden. Wörtlich weiter: „Dazu sind die Kontrollen im Grenzraum Brenner, aber auch in Zügen und an Bahnhöfen notwendig“.

Fällt da noch irgendjemand etwas auf? Sagt bitte jemand Herrn Platter, daß es gerade dieses rigide Grenzregime ist, daß die Menschen auf so verrückte Ideen bringt? Nein. Das tut niemand mehr.

Die Selbstverständlichkeit, mit der heute die Flüchtlingsdramen als polizeiliches und mittlerweile sogar militärisches Problem abgehandelt werden, ist das wirkliche Unglück in diesem Land.

-br-

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