Das Politische ist im Handel privat

Andreas Gabalier ist ja nicht nur ein gottbegnadeter Künstler und prononcierter Antifaschist, sondern er schafft es jetzt auch mit der genialen Idee, sich ein Tischtuch über die Schulter zu hängen, zum heißbegehrten Modeschöpfer zu avancieren. Auch der OTTO-Versand ist begeistert von seiner neuen Kollektion.

Allerdings sehen das nicht alle so.

Die empörte Konsumentin Elvira R. schrieb unter dem Betreff „Abbestellung“ an das Versandhaus Folgendes:

„S.g.Team,
Ich bin erschüttert, dass OTTO-Versand Mode von Andreas Gabalier anbietet. Die ‚heimatländliche Präsentation der Kollektion‘, erinnert mich an sehr dunkle Zeiten in unserem Land. Wir wissen alle um die frauenfeindlichen, sexistischen Aussagen des Herrn G. in seinen Worten und Liedern und auch von der Weigerung,
die Bundeshymne gegendert zu singen. Ich vermute ein Großteil ihrer Kund*innen sind Frauen….
Ich ersuche Sie, mich aus ihren Registern zu streichen und weder Kataloge noch Newsletter an mich zu senden.“

Die Antwort des OTTO-Versands läßt an Klarheit und dialektischer Präzission nichts zu wünschen:

„Liebe Elvira,
Andreas Gabalier zählt zu den erfolgreichsten Künstlern Österreichs, OTTO Österreich zu den erfolgreichsten heimischen Online-Händlern. OTTO bietet die nötige Shopping-Plattform, Andreas Gabalier liefert den authentischen Beitrag rund um Tracht als Lebensgefühl. Gemeinsam betreten wir die Bühne und verleihen dieser Lust an der Tracht kreativen Ausdruck.
Wir sind davon überzeugt, dass wir mit der kreierten Kollektion genau den modischen Puls der Zeit treffen und aufgrund des ausdruckstarken Stils nicht nur überzeugte Gabalier-Fans und Trachtenträger ansprechen, sondern auch eine Zielgruppe bedienen, die Wert auf Design legt und eine moderne Interpretation von Tradition schätzt.
Details um die Privatperson Andreas Gabalier waren für die Schaffung der Trachtenkollektion mit OTTO irrelevant und werden dementsprechend nicht von uns kommentiert.“

Eben! Wie man im privaten Rahmen vor nur ein paar Tausend Menschen die Bundeshymne singt, geht schließlich niemanden etwas an! Deswegen eine so schöne Trachtenkollektion abzulehnen ist doch Faschismus in seiner reinsten Form!

-br-

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