Sieg der Gartenzwerge

Jetzt ist es also soweit. Ab 1.November gilt in Österreich das schärfste Rauchverbotsgesetz Europas. Das Schlimme daran: Die Beiseln werden nicht reihenweise sterben. Das klingt jetzt etwas seltsam, aber stürben sie, würde das Gesetz sehr schnell zurückgenommen werden. Denn insofern haben die Verbotstaliban ja Recht, daß anderswo die Lokale auch nicht massenhaft geschlossen worden wären. Nur: Die Betreiber werden wechseln und speziell die Wiener Kaffeehaus- und Beislkultur wird eingehen. Die Systemgastronomie wird viele Lokale übernehmen und mancher Kaffeesieder wird so gar froh sein über das Rauchverbot, weil er dann die Schnorrer los ist, die zwei Stunden lang bei einem kleinen Braunen sitzen und die Tische blockieren — weil die waren meistens auch Raucher.

Was es nimmer geben wird: Leute, die stundenlang bei Kaffee, Bier und eben Tschick über Gott und die Weltrevolution diskutieren. Weil bei Rucola-Parfait und Mineralwasser und frischer Luft redets sichs eben nicht so gut. Da kann man höchstens planen, wie man schon Anfang dreissig Bundeskanzler wird. Und überhaupt, sudern kann kann man ja auch daheim über Facebook.

Die Sauberkeitsfanatiker und Gartenzwergzüchter haben gesiegt. Aber wenns der Volksgesundheit dient…

M.Cz.

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