Jenseits von Europa

Diese rückständigen Albaner! Die sind überhaupt nicht europafit! Da geht der Premier her und sagt, sein Land würde gerne mal so 30.000 Flüchtlinge aufnehmen. Naja, was will man auch von einem Land, wo im Zweiten Weltkrieg mehr Juden und andere Verfolgte versteckt worden sind als sonstwo in jenem Teil Europas, der unter faschistischer Herrschaft stand.

Das ist ein Land, wo prinzipiell Schafe und Ziegen immer Vorfahrt haben und deren Hirten, darauf vertrauend, daß die Tiere eh von selber nach Hause finden, ihren Esel unabgesperrt stehenlassen und ins Wirtshaus gehen, wo sie rauchend die Weltlage diskutieren. Der Premier ist ein Sozialist und hat lange in Frankreich gelebt, wo er sich als bildnerischer Künstler einen Namen gemacht hat, bevor er zurück in sein Heimatland gegangen ist. Die politischen Parteien sind alle miteinander areligiös, außer der Christdemokratischen Partei, die aber kein Schwein wählt.

So wird das nichts mit der Mitgliedschaft in der Europäischen Union, so nicht!

Griechenland hingegen hat sich hervorragend entwickelt. Da ist es völlig gerechtfertigt, daß die EU, die ÖVP, die FPÖ und die Identitären „Solidarität mit Griechenland“ einfordern. Im Horrorjahr 2015 war das ja absolut unangebracht. Nicht nur wegen der Flüchtlinge, nein, sondern weil sich damals diese undankbaren Griechen sogar per Volksabstimmung dagegen gewehrt haben, von der EU gerettet zu werden. Gott sei dank haben sie dort jetzt wieder eine ordentliche Regierung, die Europa vor diesen Anderen, die ja bekanntlich die Hölle sind, schützt. Und schön, daß das auch der österreichische Innenminister verstanden hat und einen Polizeipanzer schickt. Das ist gelebte europäische Solidarität! Nicht so wie bei den blöden Albanern!

Mario Czerny

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