Zahlenmagie

Nichts ist derzeit so falsch wie eine exakte Angabe –

Wir werden derzeit mit allem möglichen bombardiert, was irgendwie eine Information zu sein scheint. Zum Beispiel mit “Fallzahlen” oder Zahlen an Todesfällen. Blöderweise hat wenig davon realen Gehalt.

Das mit den Todesfällen ist völlig unseriös: Wie zählt die österreichische Gesundheitsbehörde, wie zählen die Medien? “Heute” titelte “29jährige an Corona verstorben”. Liest man weiter, stellt sich heraus, daß die Frau schon wegen einer lebensgefährlichen Erkrankung im Spital war, als sie sich infizierte. Und ganz unten im Text steht, daß ein Arzt meinte, eigentlich könne man nicht sagen, daß die Frau an Covid-19 verstorben wäre.

Also was jetzt? In Italien zählen solche Todesfälle als Corona-Tote. Der britische Telegraph zitiert Walter Ricciardi, wissenschaftlicher Berater des italienischen Gesundheitsministers, daß bei lediglich 12% der Todesfälle eine direkte Kausalität mit dem Virus festmachbar sei. Und wie zählt man wirklich bei uns?

Auch die Zahl der Corona-Fälle ist völlig aus der Luft gegriffen. Was ist ein “Corona-Fall”?

Oft wird das in der Öffentlichkeit als Erkankungen gewertet, wobei auch niemand weiß, ab welchen Symptomen man von einer Erkrankung reden kann. Offiziell sind die “Fälle” aber die nachgewiesenen Infektionen. Das sind mal gerade die wenigen, die positiv getestet wurden — ohne Kontrollgruppe von Testungen an Personen, bei denen bislang kein Corona-Verdacht bestand, sagen diese Zahlen genau nichts aus.

Beim Institut für höhere Studien hat man sich die Mühe gemacht, mittels statistischer Methoden die tatsächliche Zahl der bislang Infizierten abzuschätzen. Da kam man auf ganz andere Zahlen, nämlich mit Stand 17.März auf rund 50.000 Infizierte in Österreich bei einer täglichen Steigerungsrate um 30%. Sollten die ergriffenen Maßnahmen keine oder wenig Wirkung erzielt haben — was auch niemand sagen kann — wären wir eine Woche später schon bei rund einer Viertelmillion Infizierter. Das würde aber bedeuten, daß sich die Kurve der Steigerungsraten demnächst von selbst abflachen wird. Anfang April wäre die Herdenimmunität bereits erreicht.

Allerdings stimmt das nur dann, wenn die Annahmen für diese Statistik wirklich valide waren. Deswegen titelte der IHS-Bericht auch mit “Ein Blick in die Glaskugel”.

Was haben wir uns nicht immer wieder darüber echauffiert, wie daneben und manipulativ Wahlumfragen sind! Gegen die Veröffentlicher diverser Corona-Zahlen sind aber die Meinungsforscher geradezu eine seriöse Gilde.

Und trotzdem können wir von diesen Zahlen nicht genug bekommen und für die Politik sind sie angeblich Grundlage ihres Handelns. Na, servus!

Bernhard Redl
(akin 8/2020)

https://www.telegraph.co.uk/global-health/science-and-disease/have-many-coronavirus-patients-died-italy/
https://www.ihs.ac.at/publications-hub/blog/beitraege/infizierte-coronavirus

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