Die Bundesregierung informiert: Des is hoid a so!

Das Wording der aktuellen Regierungskampagne ist hochinteressant. Hier ist nicht mehr davon die Rede, was man tun soll oder was verboten resp. erlaubt ist. Auch von Legitimität ist nicht die Rede. Sondern man formuliert apodiktisch: „Es gibt nur vier Gründe“!

Das kommt so daher, als wäre es gar nicht möglich, das Haus aus anderen Gründen zu verlassen – jede Modalkonstruktion wäre hinterfragbar, der Indikativ aber ist zwingend und ruft nichtmal die Frage nach einer Begründung hervor.

Der Vorwurf, daß das aber in der eigenen Verordnung der Regierung anders stünde, greift hier nicht mehr, weil da ja nicht steht, etwas sei verboten, sondern daß es einfach so sei.

„Des is so, wäu i gsogt hob, daß des so is!“ – quasi der patriarchale Imperativ, den viele von uns aus Kindheitstagen kennen. Nur, daß das halt auch gegenüber kleinen Kinder schon nicht in Ordnung war und gegenüber Erwachsenen heute erst recht nicht ist.

Aber man kann das natürlich auch anders lesen. Denn wer soll denn eigentlich wen schützen? „Wir uns“? Wenn man nämlich diese 4-Gründe-Liste und diese kumpelhaft-appellative „Schau!“-Botschaft außer Acht läßt, bleibt übrig, daß man zu Hause bleiben soll, weil sich dieses „wir“ schützen muß – nämlich die Bundesregierung vor öffentlichem Protest.

Mario Czerny

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