Gegen Abschiebung georgischer Familie (JETZT!)

[Um 3 Uhr soll abgeschoben werden, siehe Update weiter
unten]

Am Montagabend erreicht eine Schülerin eines Wiener Gymnasium der verzweifelte Anruf einer Mitschülerin. „Bei uns daheim sind 13 Polizisten, die nehmen uns mit, weil wir abgeschoben werden sollen“. Das berichtet die asylkoordination.

Die Familie (Mutter mit zwei Kindern eines in Österreich geboren) sitzt inzwischen in der Zinnergasse im Familienabschiebezentrum und soll am Donnerstag nach Georgien abgeschoben werden mitten in der Pandemie nach 15 Jahren in Österreich.

Die Mitschüler*innen und deren Eltern und Lehrer*innen sind entsetzt, haben eine Petition gestartet, an den Kanzler, den Bundespräsidenten und andere Entscheidungsträger*innen geschrieben. Für Donnerstag ist eine Kundgebung geplant.

Neben der konkreten Tragik in diesem Fall wirft dieser auch wieder einmal ein Licht auf das seit 2011 bestehende Simmeringer Abschiebezentrum in der Zinnergasse 29a. Offiziell heißt dieses Haus ganz harmlos „Familienunterbringung Zinnergasse“ und wird betrieben vom berüchtigten, aber ebenfalls sehr euphemistisch benannten „Verein Menschenrechte Österreich“. Das Absurdeste daran: Zinnergasse 29b, also gleich nebenan, ist die Adresse der Flüchtlingssiedlung „Macondo“. Eine Regisseurin, die einen Film über die Siedlung gemacht hat, brachte es einmal auf den Punkt: „Jene, die bleiben dürfen, schauen zu denen, die abgeschoben werden, beim Fenster rein und umgekehrt es ist der pure Zynismus“. Und es ist auch so praktisch: Bis zum Flughafen ist es dort nicht mehr weit, aber Proteste gegen Abschiebungen lassen sich dort nicht so leicht organisieren.
(asylkoordination/akin)

Die Petition: https://secure.avaaz.org/community_petitions/de/menschen_tina_und_ihre_familie_befreien
Oder:
https://tinyurl.com/02akinSCHUB

Bericht über das Abschiebezentrum von 2012
https://raw.at/raverse/2012/wie-die-zinnergasse-29a-ein-abschiebeknast-wurde/

Update 27.1., 23h: Mittlerweile ist die Geschichte schon groß in den Medien. Gesundheitsminister Anschober hat seinen Protest gegen die Abschiebung angemeldet. Die Autonome Antifa protestierte heute mit einer adhoc-Kundgebung in der Zinnergasse. Eine reguläre Kundgebung am Donnerstag wird es wohl nicht mehr geben, denn nach Informationen von puls24 wird die Familie jetzt um 3 Uhr früh aus der Zinnergasse zum Flughafen gebracht. Möglicherweise kommt es zu dieser Stunde aber doch zu Protest in Simmering.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s