Ö1: Wie immer völlig ideologiefrei

Aktuelle Nachrichtenlage: Der ÖGB-Präsident protestiert scharf gegen den Vorschlag des Wirtschaftsbundpräsidenten, das Arbeitslosengeld zu kürzen, die Notstandshilfe zu begrenzen und die Zumutbarkeitsbestimmungen zu verschärfen.

In dieser heiklen Situation weiß Franz Renner, Moderator des Mittagsjournals vom 10.5.21 einen vielversprechenden Ausweg: „Wenn zwei sich streiten, fragt man am besten einen Dritten, am besten einen nicht so Arbeitsmarktideologieüberfrachteten. In unserem Interviewstudio begrüße ich Helmut Hofer vom Institut für Höhere Studien. Guten Tag, danke fürs Kommen.“ – „Grüß Sie Gott!“

„Na Servas“ kann man da nur fortsetzen, wenn man an die letzten drei Direktoren dieses völlig ideologiefreien Forschungsinstituts denkt:

  • 1991-2012: Bernd Felderer, ein in der Tradition Friedrich August von Hayeks stehender Neoliberaler, von dem einmal die ihrerseits legendäre ÖVP-Finanzministerin Maria Fekter sagte, dass ohne ihn das Land „im Keynesianismus versunken“ wäre.
  • 2012-2014: Christian Keuschnigg, der sich selbst ganz in der Tradition seines IHS-Vorgängers Felderer als ein „liberaler Ökonom“ sah und in Sachen Eurokrise etwa rigorose Budgetdisziplin und Schuldenbremsen forderte.
  • 2016-2021 (nach einem kurzen interimistischen Zwischenspiel): Genau der Martin Kocher, der nun als Arbeitsminister, eben jene ‚Reform‘ durchpeitschen soll, die der Wirtschaftsbundpräsident fordert.

Karl Czasny

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