Myanmar: Noch kein wirklich gelungener Putsch

Update nebst Spendenaufruf

Am 1. Februar dieses Jahres begann das burmesische Militär – die Tatmadaw – zum wiederholten Male in der Geschichte des Landes einen Putschversuch (siehe auch akin 04/2021, akinmagazin.at/2021/04myanma.htm). Nach einem Jahrzehnt der leichten Öffnung und Teildemokratisierung wollen die Generäle wieder ihren Absolutismus einführen, um sich weiterhin am Land zu bereichern, während sie die Bevölkerung erbarmungslos unterdrücken.

Doch die Formulierung Putsch*versuch* ist bewusst gewählt, denn die Bevölkerung lässt sich dies nicht mehr gefallen. Sechs Jahrzehnte Terrorherrschaft, in denen die Generäle das Land ausgeraubt, jedwede politische Opposition brutal unterdrückt, ethnische Minderheiten massakriert, das Bildungssystem zerstört und sich selbst bereichert haben, reichen. Gewählte ParlamentarierInnen sind in den Untergrund gegangen und haben eine Nationale Einheitsregierung (NUG) ernannt, die die verschiedenen ethnischen und politischen Kräfte des Landes gegen das Militär vereint.

Öffentliche Bedienstete streiken; staatliche Institutionen und Firmen in Militärhand werden boykottiert; friedliche Proteste finden seit über sechs Monaten täglich im ganzen Land statt; dazu regt sich auch bewaffneter Widerstand, nachdem friedliche Proteste mit gezielten Kopfschüssen durch das Militär beantwortet wurden. All dies verhindert effektiv die Machtübernahme des Militärs.

Dieses reagiert, wie immer, mit äußerster Brutalität. Bereits über 1.080 ZivilistInnen wurden vom Militär ermordet, über 6.300 wurden verhaftet, viele davon gefoltert. Dort, wo bewaffneter Widerstand zu merken ist, geht das Militär in gewohnter Weise vor: Über 230.000 Menschen wurden bei Luftangriffen und Racheaktionen des Militärs bisher aus ihren Dörfern vertrieben.

Dazu kommt eine verheerende Delta-Covid-Welle, die derzeit – vor allem auch durch die Bösartigkeit und Inkompetenz des Militärs – hunderten Menschen täglich das Leben kostet. Als wäre dies nicht genug, kommen schwere Überflutungen in mehreren Landesteilen hinzu.

Internationale Unterstützung von unten

Die Bevölkerung ist dennoch fest entschlossen, das Militär diesmal endgültig zu besiegen. Dazu brauchen sie aber Unterstützung, denn die Mittel im ohnehin bitterarmen Land werden immer knapper und die internationale Gemeinschaft ist bislang nicht gewillt, die
Demokratiebewegung substantiell zu unterstützen. Ob für humanitäre Hilfe für intern Vertriebene, Covid-Hilfe, Unterstützung für Streikende, Fluchthilfe oder den Aufbau einer effizienten Regierungsstruktur – überall wird Geld gebraucht.

Deswegen wenden wir uns heute mit der Bitte an euch, diesen Kampf von 55 Millionen Menschen gegen größenwahnsinnige Generäle zu unterstützen. Schon 40 EUR unterstützen eine/n Streikende/n einen Monat lang und verhindern damit effektiv, dass das Militär die Kontrolle über das Land erlangt. Das erste Mal seit der ersten Machtübernahme des Militärs 1962 besteht diesmal die Chance, die Generäle endgültig von der politischen Macht zu vertreiben und der Bevölkerung eine menschenwürdige Zukunft zu ermöglichen. Unterstützen wir diese historische Gelegenheit!

Spenden können direkt an den Verein Global Myanmar Volunteers überwiesen werden (siehe www.globalmmvolunteers.com für Details), oder man kann sich direkt an Georg Bauer (georg@humanrightsandhistory.eu) wenden, wenn man spezifische Projekte unterstützen will.

Vielen Dank! A yey taw pone – Aung ya myi! Die Revolution muss gelingen!

Georg Bauer

Spendenkonto:
Myanmar Community Austria, Sparkasse Pottenstein N.Ö., IBAN: AT49 2024 5000 0035 2468, BIC: SPPOAT21XXX
Oder per PayPal an den Verein mit dieser E-Mail-Adresse: globalmmvolunteers.finance@gmail.com

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