Familienmarsch 2016 — Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört

Am Samstag trifft sich die christliche Volksgemeinschaft beim Hrdlickadenkmal.

Es hätte eine nette Demotradition werden können. 2012 und 2013 vermischten sich die Gegendemo zur Regenbogenparade (vulgo Marsch für die Familie) und die dazugehörige Gegengegendemo und die Innenstadttouristen auf das Spannendste. Es war lustig, die fundamentalistischen Katholistischen ein bisserl zu verarschen mit manchen konnte man sogar reden und die Polizei hielt sich auch eher zurück mit ihrer Schlagfertigkeit.
2014 tauchten dann polnische Faschisten auf, die Flugblätter verteilten, die sogar von der ansonsten nicht so heiklen Stapo als verbotsgesetzwidrig eingeschätzt wurden was allerdings trotzdem nicht zum Verbot der Demo führte, sondern zum Geleitschutz, den auch die deklarierten Nazis geniessen durften.

2015 war die ganze Sache noch ein bisserl ruppiger und 2016 versucht nun die Plattform Familie gar nicht mehr, nett lebensschützerisch zu erscheinen, sondern holt sich ganz offiziell das breite Spektrum rechtsextremer Bewegungen auf die Rednertribüne. Am 18.Juni sieht die illustre Sprecherliste so aus:

  • Ursula Stenzel, ehemals ÖVP, jetzt FPÖ.
  • Georg Immanuel Nagel, Obmann des Vereins Okzident, besser aber bekannt als der Organisator des österreichischen PEGIDA-Ablegers.-
  • Alfons Adam, der Obmann von PRO VITA, dem eigentlichen Betreiber der Plattform. Adam ist auch Begründer politischen Partei Die Christen und der Obmannstellvertreter des Okzident-Vereins.
  • Marcus Franz, jener Abgeordnete, der mittlerweile jedem Parlamentsklub zu peinlich ist und der deswegen als Parteiloser im Nationarat sitzt.-
  • Christian Zeitz, Wiener Akademikerbund. Der Wiener Akademikerbund war früher einmal ein Bund innerhalb der Wiener ÖVP, mit dem die Partei aber nichts mehr zu tun haben will, weil er ihr zu rechts ist.-
  • Ergänzt wird diese Sprecherreihe noch durch Ján Carnogurský, dem ehemaligen Ministerpräsident der Slowakei und Emanuel Aydin, Seelsorger der Syrisch-orthodoxen Christen in Österreich.
    Und die Wiedenska Inicjatywa Narodowa(WIN, Wiener Nationale Initiative) wird wahrscheinlich auch wieder auftauchen.

Diesmal trifft sich die christliche Volksgemeinschaft allerdings nicht wie früher beim Stephansplatz, sondern bei der Albertina ausgerechnet im Schatten des Denkmals gegen Krieg und Faschismus von Alfred Hrdlicka. Der Hintergrund dafür kann sein, daß man diesmal nicht im Touristentrubel untergehen möchte, möglicherweise aber auch, um der Polizei mehr Möglichkeiten zur Absperrung zu geben.

Der Familienmarsch formiert sich am 18.Juni ab 15 Uhr. Proteste sind angekündigt — unter anderem auf dem Blog marschfuernarsch.noblogs.org. Eine Demo ist avisiert für 13h ab Stephansplatz.
(akin)

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